‘Entschuldigung, sind Sie…?’

April 29th, 2012 § 2 Kommentare

Weil man mich gestern fragte.

Warum bloggt man?
Welchen Nutzen hat es?
Und wie bringt man den Elan auf es zu erhalten?

Angefangen habe ich vor knapp 5 Jahren,
weil mich Gedanken plagten die ich mit niemandem teilen konnte.
Ich lebte in einer stabilen Beziehung,
zu diesem Zeitpunkt knapp 6 Jahre.
Unser gemeinsamer Weg war scheins vorprogrammiert:
ein Haus, ein Kind, ein solides Leben.
Eltern die sich verstanden, ein gemeinsamer toller Freundeskreis
und immer mit dem Prädikat Traumpaar durch alle anderen.
Stimmte auch. Irgendwie.
Wir waren optisch gelungen, schienen stets immer harmonisch,
stritten nie und hatten ein durchschnittliches Sexleben.
Als ich ihn das erste Mal sah, mit zarten 16,
war mir sofort klar, dass er die Person sein wird,
mit der ich zum ersten Mal in meinem Leben schlafen würde.
Ein grotesker Gedanke,
wenn man bedenkt das zwischen diesem Moment
und dem tatsächlichen Eintreffen der Situation mehr als 2 weitere Jahre vergingen.
Wie dem auch sei. Ich war verliebt
und wir hielten es 6 gemeinsame gute Jahre gemeinsam aus.
Im Nachhinein -also heute- verbiete ich mir bewusst den Gedanken,
dass es sich nur um gute Jahre handelte,
weil man es nicht anders wusste. Man war jung.
Das Beziehungsleben plätscherte dahin.
Jedoch nicht im allgemeinen Sinne von Mitte 80 und Rentnerehe.
Er hatte seine Hobbys, ich meine.
Wir unternahmen trotzdem viel gemeinsam.
Wir hatten die selben kleinen Dinge des Lebens im Kopf
und freuten uns darüber.
Wir verstanden uns blind und gut. Zu gut vielleicht.
Denn eines Tages, ohne Vorwarnung, betrat ein anderer Mensch mein Leben.
Ad hoc und mich völlig aus der Bahn werfend.
Ich dachte stets dies sei eine Phase. Eine hoffentlich bald endende Phase.
Ich lebte mit einer Person zusammen,
führte meiner Ansicht nach eine ‘intakte’ Beziehung
und dann solch ein Schwachsinn.
Warum?
Mir erschien das Leben nicht fair. Ich wollte mich distanzieren, von allem.
Die Wahl zwischen 2 Menschen die einem so viel bedeuten,
erschien mir so massiv, dass ich am liebsten alle und alles ausgelöscht hätte.
In erster Linie mich selbst.
Ich zog aus der gemeinsamen Wohnung aus,
fand Unterschlupf bei meiner Familie.
Eine Woche lang.
Er weinte, das erste Mal in 6 Jahren, ich weinte mit und ging zurück.
Aber es änderte nichts:
ich wachte morgens plötzlich neben einer Person auf,
die mir fremd erschien, obwohl ich das nie wollte.
Ich weinte immer mehr, in scheinbar jeder Situation.
Meist Nachts, heimlich, wenn er schlief.
Manchmal sogar wenn er mit mir schlief.
Er hat es nicht bemerkt, knapp ein 3/4 Jahr lang.
Bis ich mich ihm eines Tages unter Tränen offenbarte
und wir uns daraufhin, schlussendlich
und nach vielen Gesprächen einvernehmlich trennten.
Im Nachfolgenden erscheint mir dieses 3/4 Jahr noch immer wie eine Unendlichkeit.
Eine Grauzone.
Eine schizophrene, falsche Synapsenschaltung meines Gehirns.
Exakt in dieser Zeit fing ich an zu schreiben.
Gedanken die ich mit niemandem teilen konnte und wollte,
fanden ihren Weg an die Oberfläche.
Es entwickelte sich zu einem Ventil und einem täglichen Aderlass.
Ich schrieb nicht weil ich mich der Öffentlichkeit mitteilen wollte,
sondern lange nur um mich selbst zu entlasten.
Es waren sehr persönliche Worte.
Eine Trennung von einem geliebten Menschen scheinbar des Widerwillens
und nur zum Schutz,
über das auf die Fresse fliegen mit dem Mann der all dies erst möglich machte,
dem Gram über seine Ehefrau, seine generell gescheiterte Ehe
und dem Ekel davor, wie es ist, jemandem eine gute Nacht zu wünschen,
obgleich mit dem Wissen, er wird diese Nacht nicht neben einem selbst,
sondern neben einer anderen Person schlafen.
Zu diesem Zeitpunkt hatte ich immer die Angst man könnte mich entdecken.
Ich verwischte alle Spuren:
andere Emailadressen, keinerlei Hinweise auf Herkunft,
Alter oder dergleichen.
Ich perfektionierte mich selbst in einer 2ten Welt.
Ich schämte mich. Zu Unrecht, wie ich jetzt finde.
Irgendwann bracht das Kartenhaus dennoch zusammen.
Nicht in oder durch diese 2. Welt, sondern im realen Leben.
Wir flogen auf.
Der reudige Ehemann kroch nach Hause in Mutters ungeliebten Schoss.
Erzählte ein paar Lügen und prompt schlief sie 2 Wochen lang wieder mit ihm.
Emotional stoß er mich damit in die Gosse. Und trat noch 3x nach.
Ich war unterhalb des Bodens.
6 Monate vergangen wie im Nebel,
ich kann mich nicht erinnern, an keinen einzigen Tag
aber ich schrub mehr als je.
Jeden Tag,
weil es zur scheinbar einzige Möglichkeit wurde mir vor Augen zu führen,
das man Leben muss.
Und ich war mehr als erstaunt, als mir zu jener Zeit,
plötzlich wildfremde Menschen in diesen Weiten der Internetwelt,
ein Feedback schrieben.
Ich dachte nie an die andere Seite,
ich war mir dessen nie bewusst, dass es vielleicht Menschen geben könnte,
die diesen Ballast lesen. Regelmäßig.
Sie hinterliessen aufbauende Worte, desöfteren kritische und manchmal lapidare.
Man konfrontierte mich mit konstruktiven Worten, die mich zum Nachdenken brachten.

Ich habe Trennungen verarbeitet, zwischenmenschliche Beziehungen analysiert und viel über meine sexuellen Erfahrungen berichtet.
Weil ich es mir nach all dieser negativen Zeit selbst schuldig war.
Ich wollte mir selbst zeigen,
dass ein Leben nach einer emotionalen Tragödie möglich ist.
All den Mut den man aufbringen kann und sich selbst damit zu reflektieren.
Das immer wieder fallen und aufstehen.

Der Schaden und die Ausläufer dieser damaligen Lebensituation
und all der Erfahrungen reichen bis in die jetzige Neuzeit.
Es ist schwer. Nicht oft, aber manchmal.
Ich kann mich am heutigen Tag prompt in eine Furie verwandeln,
wenn man mich versetzt oder scheinbar vergisst.
Es ist, als würde der Teufel in mich fahren.
Denn ich habe 2 Jahre meines letzten Lebens gefühlt nichts anderes getan,
als zu warten.
Auf ihn und darauf, dass er zwischen seiner Familie für mich Platz findet. Lapidaren Platz.
Ich habe gewartet auf das Telefon, das Sehen und 5 Minuten Aufmerksamkeit.
Ich war damals zu lange die 2te Option als das ich heute damit umgehen kann.
Ebenso wie die Tatsache, dass es mir die Haare aufstellt wann man 3 Worte mit einem Liebe erwähnt.
Es gab in insgesamt 9 Jahren Beziehung nie ein Ich liebe dich.
Kein einziges Mal.
Das höchste der Gefühle war ein Ich hab dich lieb.
Kein Wunder, dass man komisch reagiert,
wenn -jetzt und hier-
plötzlich ein Mensch in vollem Bewusstsein diese Worte ausspricht.
Obwohl es gut ist. Und auch sein muss.
Ich kann das nicht, obwohl ich es so gerne können würde.
Denn ein ehrliches Ich liebe dich. ist das höchste Gut dieser Welt.
Und ich für meinen Teil bin schon froh,
dass ich mittlerweile gelernt habe,
es gegenüber meiner Familie aussprechen zu können.
Auch wenn der Preis dafür scheinbar eine Nahtod-Erfahrung sein musste.

Heute schreibe ich, weil ich es möchte, nicht weil ich muss.
Ich bin kein Kosmetik oder Fashionmädchen.
Ich übe hier keinerlei Selbstdarstellung.
Ich brauche keine Rückmeldung für mein Aussehen,
meine Brüste oder meine sexuellen Vorlieben.
Heute habe ich keine Probleme mehr damit,
dass man weiss wer ich bin.
Ein Blog fungiert in meinen Augen als Tagebuch.
Ich schreibe was ich denke, was ich fühle
und Dinge, die mir im Kopf zu viel Ballast sind,
welche ich mitteilen möchte.
Wenngleich auch nicht mehr so persönlich,
denn das Leben läuft.
All diese Worte sind nur ein kleiner Abriss,
ein banaler Mikrokosmos in Gegendarstellung zum realen Leben.

Der alte Blog ist eine Erinnerung.
Eine sehr geschätzte.
Eine Gute und zeitgleich eine Schlechte.
Ein lachendes und ein weinendes Auge.
Viele Bilder die mir was bedeuten, Auszüge aus dem Leben.
Noch heute wenn ich diesen alten Blog lese, muss ich weinen.
Ununterdrückbar.
Nicht weil ich mir Leid tue, sondern dieses |kleine leidende Mädchen|.
Auch wenn der Schmerz gross war
und so viele unendlich unzählbare Narben hinterlassen hat,
ich bereue keinen Schritt und würde es keinen Meter anders machen.
Auch wenn es mich ein Stück zu schnell erwachsen gemacht hat.
Gegen meinen Willen.

Gäbe es die Vergangenheit nicht, so gäbe es kein Jetzt.
Und das wäre alles mehr als schade,
denn wenn man mir damals gesagt hätte,
ich fände jemals wieder ein aufrechtes Herz und
dass in der Zukunft aus einer der damaligen Blogkommentatoren,
eine mehr als passende Reallife Freundschaft wird,
hätte ich nur unwirsch mit dem Kopf geschüttelt.

Ja, das bin ich… und das Leben das ich kannte war vorbei.
Ich glaube ich lebe.
Und ich liebe dich.

 

 

Madame Soprano, Frau Inez und dem Fräulein Lori:
ein Dank. Für all die Jahre und den Beistand.

Don’t hide your Eyes.

Juli 1st, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Ich
wähle eine altbekannte Nummer.
Eine altbekannte Stimme hebt ab.

| ‘Pass gut auf dich auf.’| sprichts leise zum Abschied.
‘Immer.’  sage ich und lege auf.

Manchmal muss man sich der |Vergangenheit| stellen.
Wenn auch ungewollt.

[So if I see you again, desperate and stoned...]

Nordkurs.

März 24th, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

‘Pass gut auf dich auf.’
sagt er und umarmt mich fest.
Ich schliesse die Tür hinter ihm.
Nichts.

Was nützt einem all die Sicherheit,
eine schöne Wohnung, ein fester Arbeitsplatz,
wenn das Herz nicht mehr richtig taktet?!

Ob es besser wird ist nicht die Frage.
Es kann nur besser werden.
Es wird anders werden. Und ich freu mich drauf.
Ich werde jetzt erstmal gepflegt landen 12 Stunden Autobahn
&anschliessend die nächsten Tage Abenteuer,
in Kombi mit dem Exmann, geniessen.

[Wir hören uns wieder, wenn der Puls im Normalrhythmus schlägt.]

Ich bin weg raus.

Schön wars, mit uns 2en.

Die Moral von der Geschicht:
Man kann alles schaffen, man muss
es sich nur fest genug in den Kopf setzen.
es ‘nur’ wollen.

[0.]
Adieu Bayern.
Hallo Fischköppf.
Hallo Zukunft.

Frühstücksei. Totgekocht + 1x draufgeschlagen.

März 22nd, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Gestern Mittag:
seine Nummer auf meinem Mobiltelefondisplay.

Das Spiel ist bekannt:
Ich lass es 3x kurz anklingeln,
erscheine dafür 1x auf dem Telefon
und kann die nächsten 10 Jahre beruhigt
-und mit stets weinerlichem Unterton- behaupten:
Ich hab es wirklich probiert. Wirklich.

Das er nachfolgend am Nachmittag 2 Stunden
im |Nachbarhaus| zu |Besuch| war
er aber scheinbar nicht das Rückgrat besass,
einfach die zwischen uns stehenden
-lächerlichsten- 50m Luftlinie zu meiner Haustüre zu überwinden,
um sich Auge in Auge zu verabschieden,
sagt alles, ohne dass man es be-schreiben müsste.
Feige Sau, bleibt feige Sau.
Dem muss man nichts, aber auch gar nichts, hinzufügen.

Er wird es nochmal versuchen,
2, vielleicht 3x.
In der bangen Not bei einer |anderen Person|.
Definitiv aber dann, wenn er wieder einen sitzen hat.

Also vermutlich heute Abend.
Man kennt sich halt.
Ich verzichte gerne.
 

Ich setze mich an den leeren Küchentisch,
ziehe die nicht mehr vorhandene Tischdecke glatt.
Zünde mir eine Zigarette an, inhaliere 2x tief.
Und sage in ruhigen, leise gesprochenen Lettern:
VERPISS DiCH ENDLICH, DU DRECKSAU.
Es wird wirklich Zeit. Für mich.

[<72 Stunden.]

Von jetzt auf hier auf leisen Sohlen.

März 16th, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Warum
dieses unrunde Bauchgefühl möchte man sicher gerne fragen.
Es steht in keinem Zusammenhang mit dem Jetzt,
dem Umzug oder der Zukunft.
Nein, sicherlich nicht.
Ganz und gar nicht. Die Vorfreude ist -nach wie vor- unermesslich.
und bin noch immer der festen Überzeugung,
dass genau das der richtige Weg ist.
Es gab keinen Tag Zweifel, keine Stunde, keine Sekunde.
Man hat mir keinen Moment auch nur einen Stein in den Weg gelegt.
Das der Weg zwischen Leben, <3 und gemeinsam einen Arbeitsplatz teilen irgendwann zum Verhängnis wird werden muss,
war von vornherein klar.
Das es generell zum Vehängnis wird soundso.
Er verheiratet, ich knapp 20 Jahre jünger,
die Sache mit dem Auffliegen nur eine Frage der Zeit.
Und bei seinem Verhalten eigentlich erstaunlich dass es so lang gedauert hat.

Was lobte der Chef meinereiner nicht vor ein paar Wochen noch:
‘Ich bewundere dich dafür, wie du das alles machst.
All die vergangene Zeit nach dieser Geschichte.
Und dass du überhaupt noch da bist.’
Keiner hatte geahnt, das mein Ziel bereits zu diesem Zeitpunkt klar war.
Das ich aufgebe die Koffer packe ist sicherlich nicht sein alleiniger Verdienst.
Schon Mitte des letzten Jahres der |Karierrerückschritt|,
-den man seither keinen einzigen Tag bereut hat-
und hinschwerend kam die komplette Gesamtlage hinzu.
Die Bedingungen wurden immer enger
und das Arbeiten zunehmend fahrlässiger.
Es verfolgte bis |in den Schlaf|,
vorausgesetzt man hat überhaupt Schlaf gefunden.
Ob die Arbeitsbedingungen andererorts besser sind bleibt abzuwarten,
ich wage es zu bezweifeln
jedoch kann man auch nicht urteilen, bevor man es nicht versucht hat.
Also überlegt man wie es weitergehen soll.
Ob das alles überhaupt noch einen Sinn macht, oder nicht.
Und eines Tages, nach einem mehr als Lecktmichsochalleihrkönntmichmal-Dienst, war -wenn sonst auch nichts, aber- eins klar: weg!
Und wenn schon, dann ordentlich weit weg.
Abstand von allem.
Frei, <3ungebunden, jung, gut ausgebildet, ohne Anhang sucht,
die Basis konnte nicht besser sein.
Hamburg war bist dato zuvor nie ein Thema.
Ich kannte die Stadt nicht,
hatte allemal Kontakt zu Herrn HH und sie Absicht ihn zu besuchen.
Ich weiss nicht mehr wer mir in den Kopf geschissen hatte,
aber die Tatsache ein Vorstellungsgespräch mit einem Treffen des Herrn HH zu verknüpfen,
erschien mir nur allzu logisch.
Hamburg erschien mir vollkommen klar!
Was sonst?
Berlin? Zu gross und zu geteilt.
Ich kannte mal eine Berlinerin, schreckliche Person.
Und zwischen dem schon gekannten München
und dem Rest der Republik nebst Berlin oder Hamburg? Alles zu klein.
Und es kam was folgte:
3x beworben, 3 Einladungen zur Vorstellung, 1 wahrgenommener Termin
und zack die Kacke sass.
Ich habe den neuen Arbeitsvertrag noch im |alten Jahr| unterschrieben
und exakt 365 Tage nach dem Worstcase, gleich datiert, meine Kündigung abgegeben.
Eine für mich -mehr als- symbolische Genugtuung.
Und alles,
vom Wohnplatz über sämtliche Terminkoordination,
bis zum jetzt blind angemieteten Umzugauto,
läuft alles Hand in Hand.
Es gab nie ein Nein, geht nicht! und keinerelei Umplanungsnötigung.
Watt soll sein, datt mutt einfach.
Erstaunlich so über 800km Distanz.

Wäre eine Flucht der ausschlaggebende Punkt,
so hätte man nicht so lange gezögert.
Sicher hat man damals mit dem Gedanken gespielt, jedoch war
man nie wirklich bereit war das Grundgefühl ein anderes.
Jetzt ist es noch immer |das|.
Und es hält nach wie vor an. Auch über 800km hinweg.

Und warum jetzt dieses Bauchgefühl?
‘Wir sehen uns am Montag. Ein letztes Mal.’
sprach er noch |am Donnerstag|.
Am Montag erschien er einfach nicht.
Im Laufe des Tages hat man wohl seine Frau erreicht,
sie hat ihn rausgeredet. und ich frage mich ernsthaft & mit Nachdruck:
Kann man wirklich innerhalb von 72 Stunden vergessen,
dass man zum Dienst eingeteilt war?!
Ich zweifle. Und trotzdem möchte ich nichts interpretieren oder hoffen.
Doch Assoziationen verknüpfen sich zu schnell. Leider.
‘Meinst du er hatte einen Emotionskoller Ausfall?!’
fragt der Exmann am Telefon.
‘Ich weiss es nicht.’ sage ich
aber was ich weiß ist, dass auch ich,
meiner alkoholkranken Mutter, 10 Jahre lang den Rücken freigehalten hab.
Ich war noch keine 14,
aber ich hab sie schon regelmässigst auf der Arbeitstelle krank gemeldet.

Es ist nicht seine Art.
Und war es nie, die letzten 6 Jahre nicht.

Deshalb.
Und auch dann, wenn es eigentlich nichts mehr zutut.

‘Der erkennbare Schmerz ist längst vergangen…
Viel schlimmer ist das, was es ganz offensichtlich in dir verändert hat.’

Ich hinterlasse ihm ein Foto.
Datiert mit |13. November 2009|
Es war der Tag,
an dem er sich ein neues Auto gekauft hat.
‘Du musst noch den Finanzierungsvertrag unterschreiben.’
sagt er zu ihr am Telefon.
Ich sitze neben ihm, seine Hand auf meinem Knie.
Aufgeben. Das war es.

ohne Worte.

März 10th, 2011 § 1 Kommentar

429 Tage später.

März 8th, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Ende
der Woche ist die erste -und einzig offizielle-
Abschiedsvereinigung geplant.
Geladen: die Kollegen.
Keine offizielle Zwangsveranstaltung im Sinn von Offiziell,
nur eine Freiwilligkeit, kein Must.
Ein gemeinsames Essen
und ein letztes gemeinsames OpenEnd unterm am bayrischen Zapfhahn.
Nicht mit allen, aber vielleicht mit machem.

Ich hebe ab.
Fange an zu wählen.
Ich stocke kurz. Erst die 6 oder erst die 1?!
Ich schliesse die Augen,
lasse die Finger über die Tasten gleiten, sie denken nicht nach.
Ein Automatismus,
wie bei der Eingabe des EC-Karten oder der Handy Pin-Nummer.
Sie erinnern sich an die richtige Kombination.
0, 2x oben, Mitte, rechts, ganz oben, ganz unten, links rechts.
Eine altbekannte Nummer.
Es läutet. Einmal, zweimal, dreimal.
Gefühlte Stunden und kurz versucht mich der eigene Arsch zu fressen.
Dann nimmt plötzlich jemand ab.
Eine Frauenstimme.
Seine Frauenstimme.
‘Hey [x], hier ist die [x],
du ist mein ExAffMann der [x] da?!
Wärst du so nett & gibst ihn mir kurz?’
‘Ja, warte….’
Wir 2 Sie & ich galant im Doppel.

‘Ja?!’
‘Hey.’ sage ich.
‘Hey.’ sagt er.
‘Es geht um Freitag…’ sage ich.
Stille.
‘Hallo?!’ möchte ich in den Hörer schreien.
Dann fängt er ganz langsam an zu reden:
‘…du hast seither nie bei mir hier angerufen…’
Er fügt ein leises wow hinzu,
klingt etwas beeindruckt und schweigt wieder.
‘Ja stimmt.’ sage ich.
Leise lachend sagt er:
‘Ich habe mir letztens eine deiner Diensthosen geklaut.’
‘Bitte was?’ frage ich
‘Die passen dir doch überhaupt nicht.’ sage ich schmunzelnd.
‘Ja egal…’ spricht’s und weicht aus.
‘Genau egal, es geht eigentlich um Freitag.
Ich hab gehört du willst auch kommen?!
Du stehst nicht auf der Reservierungsliste…’
‘Stimmt. Ich komme oder auch nicht.’
Er macht wieder eine theatralische kurze Schweigepause:
‘Ich weiss es nicht….’
‘Nein, hör zu…’ sage ich ‘so funktioniert das nicht.’
Und noch bevor er überhaupt etwas sagen kann, fahre ich schnell fort:
‘Der Grund warum ich eigentlich anrufe ist ganz einfach:
Tu mir bitte einen Gefallen…’
‘Ich höre.’ sagt er.
‘Komm nicht.’
Schweigen.
‘Du möchtest dass ich nicht komme?’ fragt er leicht perplex.
‘Ja. Genau, das möchte ich.’ sage ich.
Schweigen.
‘Ok….Wir sehen uns dann am Montag..’ sagt er
und klingt kurz etwas verunsichert klingt dabei etwas ruderlos
‘…also ein letztes Mal, am Montag.
Montag, so ist es doch glaub ich laut Plan, oder?!’
fragt’s und wiederholt sich.

‘Ja.’ flüster ich leise.
‘Ok, bis dann.’ sagt er.
Draussen ist es bereits dunkel,
ich schliesse kurz die Augen,
atme unhörbar tief ein.
‘Bis dann.’ sage ich und lege auf.

Was er nicht weiß:
wir haben uns bereits zum |letzten Mal| gesehen.
Ich habe den Montagsdienst
-schon vor einiger Zeit-
unwissentlich ändern lassen.
Und ich danke dem Chef für die Kulanz und das Verständnis.
Denn wenn er eines nicht verdient hat,
dann ist es, den allerletzten Arbeitstag meinereiner gemeinsam mit mir zu verbringen.
Ich möchte ihm nicht die Gelegenheit geben sich einfach so zu verabschieden,
nur weil man eh da ist.

Es soll nicht enden wie es anfing.
Er hat es nicht verdient.
Weil ich es mir wert bin.
Wenn ich 1 in den 429 Tagen gelernt hab,
dann die Tatsache, dass ich mehr wert sein muss bin als all das.

Denk daran, was er dir angetan hat.‘ flüstert es in meinem Kopf.
Die Worte meiner Mutter. Ganz beiläufig gesprochen.
Irgendwann letzte Woche.
Und seitdem unlöschbar in meinem Kopf verankert.

Das Telefon noch in meiner Hand.
Das Licht des Displays erlischt.
Tschüss, sage ich leise zu mir selbst.
Und wehe wenn ich die Diensthose zahlen muss!
Ein gutes Gefühl.

 

Denk daran, das war der eigentliche Grund meines Anrufs.
[16.]

cut.

März 8th, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Nicht geplant,
aber eine Entscheidung.

Keine Liebe bricht mich.

März 6th, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

‘Sie
freut sich wirklich…’ sagt man jemand zu ihm.
‘…meine Frau freut sich auch.’ antwortet er.

Danke, sitzt.

Aus den Augen aus dem Sinn
ändert vielleicht die Ansichtsweise,
nicht jedoch schon lang bestehendes.

gute Einstellung die Dame.
Taktik Vogelstrauss hat sich schon oft bewährt,
im Krieg, der Politik und scheinbar auch im Eheleben. Chapeau.

Aber keine Sorge,
bin’s nicht ich wirds eine andere.
Früher oder später. Fakt.

Sie freuen sich?!
Ernsthaft?
Was passiert eigentlich,
wenn sich Exgeliebte und Ehefrau,
kurz vor der Abreise nochmals zufällig gegenüberstehen?!

Die Freude ist vielleicht schon bald meinerseits.
|6?! Sicher?|

Augen können erblinden.
Und was kann das Herz?!

 

[Die Anker los. Weg mit dem fixen Problem.]
August Diehl und ein Lamm <3.

Ein einziger Tag nur.

Februar 22nd, 2011 § 4 Kommentare

Aller, aller
allerletzte gemeinsame 8 Stunden.
|Er| & ich.
Ein leiser Abschied.
Heute.
Er weiss das nicht. ist im Glauben da kommt noch was.
Ich weiss es besser anders.

Und tschüss.
War schön, oder so.

Weinen oder schlafen?!
Schlafen!
Weinen.

Emotionsgedöns dass dich hinterhältig am Schopfe packt.
Ich will bitte einfach weg.
Weg von allem.

Könnte man mich irgendwohin tragen,
wo es nicht so weh tut?!

[Ich tanz für dich wohin du willst.]

Wo bin ich?

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